Knapp 900.000 Tonnen Elektroschrott fallen jedes Jahr in Deutschland an. Besonders viel davon in Unternehmen. Die Messe Düsseldorf setzt auf Wiederaufbereiten statt Wegwerfen. Dank einer langjährigen Kooperation mit dem gemeinnützigen Unternehmen AfB.
Unternehmen müssen regelmäßig die IT-Ausrüstung ihrer Belegschaft austauschen – aufgrund vorgeschriebener Austauschintervalle oft sogar voll funktionsfähige Geräte. Und die ausrangierte Technik? Sie wird zu Elektroschrott. Knapp 900 Tausend Tonnen davon fielen laut Statistischem Bundesamt in Deutschland allein im Jahr 2022 an. Die Messe Düsseldorf möchte es anders machen und setzt daher bereits seit sechs Jahren auf eine Kooperation mit dem gemeinnützigen Unternehmen AfB.
In der Stockumer Straße auf dem Messegelände steht alle paar Monate ein großer Schiffscontainer: 5,9 Meter lang, 2,35 Meter breit und 2,39 Meter hoch. Wird ein altes Elektrogerät aussortiert, landet es darin. Unter den Mitarbeitenden der Messe sind die Sammelaktionen längst feste Termine im Kalender. Alles in der Sammlung wird genauestens inventarisiert. Ist der Container voll, holt AfB die Hardware mit einem großen Lkw ab. Das gemeinnützige Unternehmen ist ein sogenannter IT-Refurbisher.
„Refurbish“ – das bedeutet auf Deutsch „auffrischen“. AfB nimmt also gebrauchte IT- und Mobilgeräte und bereitet sie so auf, dass sie anschließend wiederverwendet werden können. Die ausrangierten Geräte kauft AfB von Unternehmen, Behörden und Banken ab. Nachdem alle noch vorhandenen Daten in einem aufwendigen Prozess gelöscht und potenzielle Schäden behoben wurden, wird die Hardware als Second-Hand-Ware in den AfB-Shops weiterverkauft – inklusive einer 12-monatigen Garantie. AfB verfolgt jedoch nicht nur eine grüne, sondern auch eine soziale Mission. Der Name steht für „Arbeit für Menschen mit Behinderung“. Rund 50 Prozent der Beschäftigten haben eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung.
Seit 2019 arbeitet die Messe Düsseldorf mit AfB zusammen. Rund 10.000 Geräte konnten so über die Jahre bereits wiederaufbereitet werden. Für das Messeunternehmen ist der Service von AfB ein wichtiger Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. „Wir haben nach einem intelligenten Weg gesucht, die alte Hardware zu entsorgen und gleichzeitig die Kreislaufwirtschaft bei uns voranzutreiben. Die Kooperation mit AfB war dafür genau der richtige Weg“, erklärt Christian Horn, Gruppenleiter Client-Service und Ansprechpartner für den IT-Refurbisher bei der Messe Düsseldorf.
Allein im Jahr 2024 konnte die Messe Düsseldorf durch die Zusammenarbeit mit AfB mehr als 65.000 Kilogramm CO₂ einsparen. Mit dieser Menge CO₂ könnte ein neuer Benziner etwa zwölfmal die Erde umrunden. Zusätzlich reduzierte die Messe ihren Wasserverbrauch um eine halbe Million Liter. In diesem Jahr stand der Schiffscontainer bereits zweimal an der Stockumer Straße, im Februar und im August. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.