Koordiniertes „Ameisentreiben“
Auf dem Gelände wirkt das in Spitzenzeiten wie ein großes, dichtes Gewusel: Lkw, Stapler, Aufbauteams, Technikerinnen und Techniker, Dienstleistende und viele mehr. Andy Ottow beschreibt dieses Bild als eine Art „Ameisentreiben“ – denn auch hier steckt hinter dem scheinbaren Durcheinander ein System. „Lkw müssen sich anmelden, um aufs Gelände zu kommen, Stapler müssen gemietet werden und Aufbauzeiten von großen Messebauern werden zeitlich entzerrt,“ so Ottow. Jede und jeder Einzelne wisse genau, was er zu tun habe und wo er oder sie hingehöre.
Aufgabe von Hallenmeister Ottow ist es, in „seiner“ Halle bei allem Tempo für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Er prüft, ob Konstruktionen, Materialien und Abhängungen den technischen Richtlinien entsprechen, ob Zertifizierungen vorliegen und Stände sicher umgesetzt werden. „Wir wollen Probleme möglichst früh erkennen, damit den Kunden genügend Zeit bleibt, sie vor der Abnahme zu beheben“, erklärt Ottow. Hochbetrieb heißt also vor allem: vorausschauendes Arbeiten unter hohem Takt.
Wirkung weit über das Gelände hinaus
Was auf dem Gelände beginnt, setzt sich in der Stadt fort: Für Hotellerie und Gastronomie ist Messegeschäft in Düsseldorf ein zentraler wirtschaftlicher Faktor. „Messen und andere große Veranstaltungen sorgen nicht nur für Frequenz, sondern für Auslastung, Umsatz und wirtschaftliche Stabilität,“ erläutert Timo Schmitz, General Manager des 25hours Hotels Das Tour und Sprecher der Düsseldorfer Hotellerie im Vorstand des DEHOGA Nordrhein. Das betreffe besonders internationale Leitmessen, weil sie Gäste aus aller Welt anziehen, die zwangsläufig übernachten müssen – anders als viele Konzerte oder Tagesevents, bei denen Besucher häufig am selben Abend wieder abreisen.
Wie ein Blick in die Glaskugel
Hinzu kommt: Messebesucher nutzen Verkehrsmittel, essen in Restaurants, treffen Geschäftspartner und erleben die Stadt. Hier sei Düsseldorf für viele Gäste besonders attraktiv: „Düsseldorf ist ein sehr guter Gastgeber, weil alle Beteiligte ein gemeinsames Ziel verfolgen: Gästen einen möglichst angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen,“ erzählt Schmitz.
Das Schöne ist laut Schmitz die Planbarkeit und lange Vorlaufzeit, die für die Branche enorm wertvoll ist. Messetermine stünden weit im Voraus fest und auch viele Messebesucher buchten Übernachtungen in stark nachgefragten Zeiten sehr früh. „Für uns als Hoteliers ist das fast so, als hätten wir eine Glaskugel, in die wir hineinschauen können“, sagt Schmitz.